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Mechanisches, chemisches und enzymatisches Peeling: die Unterschiede verstehen

13. März 2026 von
ANNA THYS


Die Exfoliation ist ein Pflegeschritt, der häufig mit der Pflege der Haut in Verbindung gebracht wird.
Im kosmetischen Bereich zielt sie darauf ab, die Entfernung abgestorbener Zellen an der Oberfläche der Epidermis zu fördern und so den natürlichen Prozess der Hauterneuerung zu begleiten.

Die Haut verfügt tatsächlich über einen physiologischen Mechanismus, die sogenannte Desquamation, bei dem sich die Zellen der Hornschicht nach und nach von der Hautoberfläche lösen.
Dieses Phänomen trägt zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Hautbarriere sowie zur Erneuerung der Epidermis bei (Proksch et al., 2008).

In bestimmten Situationen kann die Ansammlung abgestorbener Zellen dazu führen, dass die Hautoberfläche weniger gleichmäßig oder leicht rau wirkt.
Exfolierende Produkte sind darauf ausgelegt, diesen natürlichen Prozess zu begleiten, indem sie die Entfernung dieser oberflächlichen Zellen erleichtern.

In der Kosmetik werden in der Regel drei Hauptansätze unterschieden:

  • die mechanische Exfoliation
  • die chemische Exfoliation
  • die enzymatische Exfoliation.

Obwohl diese Methoden ein ähnliches Ziel verfolgen, unterscheiden sich ihre Wirkmechanismen.

 

Die natürliche Erneuerung der Haut

Die Zellen der Epidermis entstehen in der Basalschicht und wandern anschließend schrittweise zur Hautoberfläche.
Während dieser Migration durchlaufen sie eine Reihe biologischer Veränderungen, die zur Bildung der Hornschicht führen.

Die terminal differenzierten Zellen dieser Schicht, die sogenannten Korneozyten, werden durch Proteinstrukturen zusammengehalten, die als Korneodesmosomen bezeichnet werden.
Diese Strukturen gewährleisten die Kohäsion der Hornschicht und tragen zur Barrierefunktion der Haut bei.

Die Desquamation entspricht dem schrittweisen Abbau dieser Adhäsionsstrukturen und ermöglicht die natürliche Ablösung der oberflächlichen Zellen (Egelrud, 2000).

Die verschiedenen Formen der kosmetischen Exfoliation zielen darauf ab, diesen physiologischen Prozess zu begleiten.

 

Die mechanische Exfoliation

Die mechanische Exfoliation beruht auf einer physischen Abrasion, die darauf abzielt, abgestorbene Zellen an der Hautoberfläche zu lösen.

Sie wird in der Regel mithilfe exfolierender Partikel durchgeführt, die in eine kosmetische Formulierung integriert sind.
Diese Partikel können folgenden Ursprungs sein:

  • mineralischen Ursprungs
  • pflanzlichen Ursprungs
  • synthetischen Ursprungs.

Beim Einmassieren auf die Haut erzeugen sie eine Reibung, die dazu beiträgt, die oberflächlichen Zellen der Hornschicht zu lösen.

 

Eigenschaften und Verträglichkeit

Die mechanische Exfoliation wirkt hauptsächlich:

  • an der Hautoberfläche
  • durch physische Reibung
  • unmittelbar.

Die Intensität dieser Exfoliation hängt von mehreren Faktoren ab:

  • die Größe und Form der exfolierenden Partikel
  • der beim Auftragen ausgeübte Druck
  • die Häufigkeit der Anwendung.

Ist die Reibung zu stark oder wird sie zu häufig wiederholt, kann sie die Hornschicht vorübergehend schwächen.
Aus diesem Grund sollten Intensität und Anwendungshäufigkeit in der Regel an die Empfindlichkeit der Haut angepasst werden.

 

Die chemische Exfoliation

Die chemische Exfoliation basiert auf dem Einsatz von Substanzen, die bestimmte Wechselwirkungen zwischen den Zellen der Hornschicht beeinflussen können.

Im kosmetischen Bereich nutzt dieser Ansatz insbesondere:

  • Alpha-Hydroxysäuren (AHA), wie Glykol- oder Milchsäure
  • Beta-Hydroxysäuren (BHA), wie Salicylsäure
  • bestimmte Polyhydroxysäuren.

Diese Substanzen können dazu beitragen, die Kohäsion zwischen den oberflächlichen Hautzellen zu verringern und so deren schrittweise Ablösung zu erleichtern.

 

Wirkmechanismus und Formulierungsparameter

Die Aktivität chemischer Exfoliantien hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  • von der Konzentration der Säure
  • vom pH-Wert der Formulierung
  • von der Einwirkzeit.

Diese Parameter beeinflussen die Intensität der Exfoliation sowie die Hautverträglichkeit.
In bestimmten Situationen kann eine zu häufige Anwendung oder eine hohe Konzentration das Gleichgewicht der Hornschicht vorübergehend beeinträchtigen (Soleymani et al., 2018).

Daher werden kosmetische Formulierungen in der Regel so entwickelt, dass sie ein Gleichgewicht zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit gewährleisten.

 

Die enzymatische Exfoliation

Die enzymatische Exfoliation basiert auf einem anderen Mechanismus.
Sie nutzt proteolytische Enzyme, die auf bestimmte Proteine einwirken können, die an der Kohäsion der Zellen der Hornschicht beteiligt sind.

Diese Enzyme gehören in der Regel zur Familie der Proteasen, die bestimmte Proteine spalten können.

In der Haut werden die Korneozyten durch Proteine zusammengehalten, die als Korneodesmosomen bezeichnet werden.
Bestimmte Enzyme können dazu beitragen, diese Proteine zu fragmentieren und so die schrittweise Ablösung abgestorbener Zellen zu erleichtern.

 

In der Kosmetik verwendete Enzyme

In einigen exfolierenden Formulierungen werden verschiedene Enzyme eingesetzt:

  • Papain, gewonnen aus der Papaya
  • Bromelain, gewonnen aus der Ananas
  • bestimmte Proteasen aus biotechnologischen Verfahren.

Diese Enzyme verfügen über eine proteolytische Aktivität, die die Desquamation an der Hautoberfläche erleichtern kann.

 

Besonderheiten der enzymatischen Exfoliation

Die enzymatische Exfoliation zeichnet sich in der Regel aus durch:

  • das Fehlen mechanischer Reibung
  • eine gezielte Wirkung auf bestimmte Proteine
  • eine progressive Exfoliation.

In bestimmten Formulierungen kann dieser Ansatz eine sanfte Exfoliation ermöglichen, die häufig für empfindlichere Hauttypen gesucht wird.

 

Vergleich der drei Ansätze

Obwohl diese Methoden ein ähnliches Ziel verfolgen, unterscheiden sich ihre Wirkmechanismen..

Art der Exfoliation
Hauptmechanismus
Besonderheiten

Mechanisch

Physikalische Abrasion

abhängig von der Massage und den Partikeln

Chemisch

Wirkung von Säuren

abhängig von der Konzentration und dem pH-Wert

Enzymatisch

Wirkung proteolytischer Enzyme

Fragmentierung bestimmter Proteine

Die Wahl einer Methode hängt in der Regel ab von:

  • dem Hauttyp
  • der Hautempfindlichkeit
  • individuellen Präferenzen.

 

Die Bedeutung des Gleichgewichts

Es ist wichtig zu betonen, dass die Haut bereits über einen natürlichen Mechanismus der Zellneuerung verfügt.

Eine zu häufige oder zu intensive Exfoliation kann das Gleichgewicht der Hornschicht vorübergehend beeinträchtigen und die Barrierefunktion der Haut beeinflussen.

Aus diesem Grund sind die Beobachtung der Hautreaktionen und die Anpassung der Exfoliationsfrequenz wichtige Aspekte, um die Hautverträglichkeit zu bewahren.

 

Fazit

Die mechanische, chemische und enzymatische Exfoliation beruhen auf unterschiedlichen Mechanismen, um die Entfernung abgestorbener Hautzellen zu begleiten.

  • Die mechanische Exfoliation wirkt durch physische Abrasion.
  • Die chemische Exfoliation basiert auf der Wirkung von Säuren, die die Zellkohäsion verändern.
  • Die enzymatische Exfoliation nutzt Enzyme, die bestimmte Proteine der Hornschicht fragmentieren können.

Das Verständnis dieser Unterschiede ermöglicht es, einen informierteren Ansatz in der Hautpflege zu verfolgen und die Exfoliationsgewohnheiten an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

In allen Fällen bleiben Mäßigung und die Beobachtung der Hautreaktionen entscheidend, um das Gleichgewicht und den Komfort der Haut zu erhalten.

 

 

Wissenschaftliche Quellen

Egelrud T. (2000). Desquamation in the stratum corneum. Acta Dermato-Venereologica.

Proksch E., Brandner J.M., Jensen J.M. (2008). The skin: an indispensable barrier. Experimental Dermatology.

Soleymani, T., Lanoue, J., & Rahman, Z. (2018). A practical approach to chemical peels: A review of fundamentals and step-by-step algorithmic protocol for treatment. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology.

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